Elektronenpaar, ein 1956 von L.N. Cooper theoretisch
vorhergesagter gebundener Zustand zweier Elektronen mit entgegengesetztem
Impuls und Spin (,
) in
Supraleitern. Dieser Zustand existiert für jede beliebige schwach attraktive
Wechselwirkung zwischen den beiden Elektronen, sofern diese sich energetisch
ausserhalb der gefüllten und damit blockierten Fermi-Kugel aufhalten. Cooper
wollte damit die experimentell beobachtete Energielücke erklären (Energielücke
eines Supraleiters), jedoch erwies sich die berechnete Paarbindungsenergie als
viel zu gering. Erst die im Rahmen der BCS-Theorie berücksichtigte, durch das
Pauli-Prinzip erzwungene Korrelation der individuellen Paare zu einer
Paargesamtheit führte zum richtigen Ansatz. Dennoch bleibt die Grundidee der
Elektronenpaarung von zentraler Bedeutung für das Verständnis der Supraleitung.
Zahlreiche Experimente, vor allem zur Flussquantisierung, haben die Paarhypothese
eindeutig belegt. Dies gilt auch für die Hochtemperatur-Supraleiter.
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