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Redundanz

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Autor:
Hans-Peter Ahlsen

(lat. Überfülle). Begriff für den Aufwand, der für den Normalbetrieb eines Systems nicht benötigt wird, der aber bei Ausfall von Komponenten oder des gesamten Systems (meist automatisch) die Funktionsfähigkeit sicherstellt. R. erhöht die Betriebssicherheit und Zuverlässigkeit techn. Anlagen und Systeme. Sie wird in der Regel durch besondere Verknüpfung von Komponenten und/oder mehrfache parallele Installation, z. B. durch dreifach vorhandene Hydrauliksysteme (Hydraulik) im Flugzeug, erreicht, Notstromaggregate, die bei Netzausfall automatisch die Stromversorgung z. B. eines Operationssaales übernehmen, sind Anlagen im Sinne der Redundanz. In der Elektronik: Weitschweifigkeit. 1. Digitale Signale, die keine Nutzinformation tragen, aber mit der Nutzinformation übertragen werden. Die redundanten Informationen beinhalten eine Informationsreserve. Diese wird meist genutzt, um zusätzliche Informationen (Paritätsbit, Quersummen o. a.) zu übertragen. Mit Hilfe dieser Zusatzinformationen kann überprüft werden, ob die Informationen richtig übermittelt wurden. Ist die R. genügend groß, können gestörte Informationen sogar lokalisiert und korrigiert werden. 2. Anordnung bestimmter Reserve-Funktions elemente auf IS (Hybrid-IS und VLSl-IS). Bei der Herstellung dieser speziellen IS werden alle Funktionselemente automatisch geprüft. Danach werden die Leitungsverbindungen rechnergestützt (CAM) so hergestellt, daß die Gesamtschaltung nur aus funktionstüchtigen Elementen zusammengesetzt wird. Durch die Mitverwendung der Reserve-Funktionselemente kann die Ausbeute erhöht werden. Da diese Methode sehr aufwendig ist, wird sie nur bei einigen VLSI-IS angewendet. In der Fotografietechnik: Aus dem Lateinischen übernommener Begriff (redundantia = Weitschweifigkeit) der Informationstheorie, der auch im Bereich der Fotoästhetik benützt wird. Die Redundanz ist ein Maß für den Informationsgehalt eines Bildes in Relation zur Gesamtheit aller Bildsymbole. Eine hohe Komplexität in der Anordnung des Strukturvorrats und der gestalterischen Details steht für einen großen Informationsgehalt (geringe Redundanz). Ist das Bild mehr oder weniger geordnet, enthält es insbesondere viele Wiederholungen, die keine zusätzlichen Informationen in sich bergen, so ist die Redundanz groß. Für die Beurteilung der Entropie (Unordnung) ist die Redundanz ein geeigneter Parameter. Über den ästhetischen Wert eines Kunstwerkes sagt sie dagegen nur bedingt etwas aus.

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