Oberflächen- und Grenzflächenphysik, plasma enhanced CVD, PECVD, plasmaangeregte CVD, technisches Verfahren zur Beschichtung von Oberflächen mit dünnen homogenen Schichten, das mit thermischer Aktivierung etwa seit 1940 eingesetzt wird.
Hohe Prozesstemperaturen bei der chemischen
Gasphasenabscheidung (CVD, auch atmospheric pressure CVD, APCVD, genannt) und
daraus resultierende Beschädigungen des zu beschichtenden Materials und eine
Begünstigung von Gasphasenreaktionen haben seit Einführung des CVD-Verfahrens
zur Weiterentwicklung in Richtung LPCVD (low pressure CVD) und PECVD geführt.
Besonderes Interesse am PECVD erwuchs aus dem Übergang der Beschichtung von
Metallen hin zum Beschichten von Silicium im Zeitalter der Mikroelektronik.
Dort ist die Abscheidung von Siliciumnitrid (Si3N4) von besonderem Interesse. Bei relativ hohen
Prozesstemperaturen ab 600 °C wird beim CVD das Si3N4 stöchiometrisch aus einem Gemisch von Silan
und Ammoniak auf Silicium abgeschieden (3 SiH4 + 4 NH3 Si3N4
+ 12 H2).
Typische Abscheideraten sind 20-100 nm / min. Beim LPCVD kann das
stöchiometrische Si3N4 aus einem Gemisch von
Dichlorsilan und Ammoniak bei niedrigen Drücken (typisch 50 Pa) abgeschieden
werden. Jedoch schränken ein hoher Wasserstoffgehalt, eine niedrigere Dichte
(2,9-3,1 statt 3,2 g / cm3)
und die immer noch hohen Prozesstemperaturen von 700-900 °C die Verwendung des
Materials ein. Ein Ausweg aus den hohen Prozesstemperaturen bietet die PECVD,
bei der in einem Plasma aus den gasförmigen Reaktanten durch Elektronenstoss
chemisch aktive Teilchen erzeugt werden. Dies wird durch induktive oder
kapazitive Einkopplung eines elektrischen Hochfrequenzfeldes in den Gasraum bei
Drücken von 1-100 Pa erreicht, in dem eine Glimmentladung gezündet wird.
Charakteristisch sind mittlere Elektronenenergien von 1-10 eV und
Elektronendichten von 109
bis 1012 cm-3. Das »kalte« Plasma
erwärmt sich nur geringfügig über Raumtemperatur, die zu beschichtenden
Substanzen werden nur unwesentlich erwärmt. Das durch PECVD-Verfahren erzeugte
Si3N4 ist industriell
einsatzfähig, wenn auch z.B. ein relativ hoher H-Gehalt von typisch 10 at.%
noch Weiterentwicklungen erforderlich macht.
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